Was genau ist ein Espresso?

Lebensgefühl

Jeder Italien-Besucher kennt Sie: Die kleinen, traditionsreichen Cafe-Bars in den engen Gassen, wo sich am frühen Morgen der Banker und der Bauarbeiter, der Professor und der Student an der Theke drängeln, um das schwarze, heiße Lebenselixier für die Seele konsumieren: Den Espresso, oder – wie der Italiener sagt – il caffè.
Espresso kommt aus Italien. Aber was genau unterscheidet diese Berühmtheit von anderen Kaffezubereitungen? 
Ein bekanntes Sprichwort aus Italien erklärt auch gleich, wie ein Espresso zu sein hat:

Heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe. 

Der Espresso wird in Italien zwischendurch getrunken, meist im Stehen. Man hält sich nicht lange auf, sondern holt sich den „Kick“ zwischendurch.

 

Zubereitung

Etwas weniger Poetisch charakterisiert er sich wie folgt:
Heißes Wasser, knapp unter dem Siedepunkt (93 Grad) wird mit viel Druck (15-18 Bar) für 20-30 Sekunden auf  ca. 7 Gramm gemahlenes Kaffeepulver gegeben. 

Rohstoffe

Im Detail sind die Charakteristika folgende:
Röstung: Für einen Espresso werden die Bohnen dunkler geröstet als z.B. für Filterkaffee. Die Kaffeebohnen haben einen tiefdunklen Braunton und glänzen leicht durch die bei der Röstung austretenden Öle.
Espresso wird aus Kaffeebohnen der Sorten Arabica und Robusta hergestellt. Entgegen vieler Aussagen, ist die Bohnensorte jedoch kein absolutes Kriterium. Die Röstungen bestehen typischerweise aus einem blend, also aus einer Mischung unterschiedlicher Kaffeebohnen, die in Ihrer Mischung zu einem gewünschten Geschmack  führen.
Mahlgrad:
Der Mahlgrad des Kaffees für diese berühmte  Kaffeespezialität ist feiner als bei den beliebten Brühvarianten Filterkaffee, French Press & Co.
Die Oberfäche des Kaffees wird dadurch vergrößert, um beim kurzen Kontakt mit dem heißen Wasser (20 -30 Sekunden) möglichst viel Aromen aus dem Kaffe zu lösen. 

Druck

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Nur durch hohen Druck lösen sich beim Espresso in kurzer Zeit viele Aromen und Öle. die dem Espresso den charakteristischen Geschmack verleihen. 

Zeit

Durch die kurze Zubereitungszeit (20-30 Sekunden) werden weniger Säuren und weniger Koffein aus dem Kaffepulver extrahiert als bei anderen Zubereitungsarten.

Wasser

Temperatur: So heiß wie möglich, aber so, dass es den Kaffee nicht verbrüht. Vernünftige Siebträgermaschinen arbeiten so, dass das erhitzte Wasser mit einer Temperatur von konstant  90-95 Grad auf das Kaffepulver trifft. Diese Vorgabe wird bei vielen anderen Kaffeegeräten nicht erreicht. Eine Alternative zum Siebträger sind z.B. ESE-Pad-Maschinen.
Wasserqualität:
Das benutzte Wasser hat einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack.  Weiches Wasser erzeugt ein besseres Aroma als sehr kalkhaltiges Wasser.

Menge 

Wird ein Espresso mit den oben genannten Kriterien Zeit, Druck, Kaffeemenge und Mahlgrad, zubereitet, entstehen ca.  25 cl perfekter Espresso.